Elif



"Doppelleben"



Hallo Ihr Lieben,

Heute ist es soweit. Das Video zu „Doppelleben“ ist da.

Diesen Song zu schreiben und aufzunehmen, hat mich einiges an Überwindung gekostet. Denn ich wusste, damit mache ich nicht nur mich, sondern vor allem meine Familie verwundbar. Doch ich musste es tun, denn was bleibt, wenn ich nur die Oberfläche zeige – Dinge sage, die man von mir erwartet? Übrig wäre nur ein scheinheiliges Doppelleben. Und da wollte ich raus!

Genau deshalb bin ich Künstlerin geworden: Ich habe den Drang, das zu sagen, was ich fühle. Jahrelang konnte ich das nicht; vor allem nicht bei den Menschen, die ich am meisten liebe: Meiner Familie.

In fast jeder Familie gibt es Tabuthemen. Bei mir gab es viele davon. Und so sind Jahre vergangen, in denen wir nur oberflächlich miteinander gesprochen haben. Wie es uns wirklich ging und in uns aussah, das teilten wir nicht miteinander. Warum? Die Angst nicht mehr akzeptiert zu werden, wenn man zeigt, wer man wirklich ist, war zu groß. Deshalb haben wir irgendwann aufgehört, über tiefergehende Gefühle zu reden. Übrig geblieben waren nur absolut belanglose Small-Talks. Und da meine Eltern dasselbe Spiel schon mit ihren Eltern gespielt hatten und deren Eltern wiederum mit ihren, war es normal, aneinander vorbei zu leben.

Doch als ich älter wurde, merkte ich, dass mir dadurch irgendetwas fehlte. Daraufhin zog ich aus, in der Hoffnung ein richtiges Zuhause zu finden. Ich suchte nach einem Ort, an dem ich „ich“ sein konnte, alles und mich selbst fallen lassen konnte und mich aufgefangen fühlte. Mit der Zeit lernte ich, dass man nie ein Zuhause findet, solange man auf der Flucht ist.

So musste ich zurück zur Basis: Zu meiner Familie. Ich habe immer wieder offene Gespräche gesucht. Unterhaltungen, die tiefer gehen. Ich habe angefangen mehr und mehr preiszugeben. Es war schwer und es hat weh getan, denn meine Eltern wussten erst nicht, damit umzugehen. Es dauerte, aber wir machten Fortschritte.

Der Durchbruch gelang uns in dem Moment, als ich mich traute, meinen Eltern „Doppelleben" vorzuspielen. Ich sagte ihnen nur, dass meine neue Single fertig sei. Als ich den Song anmachte, dachten sie wohl, ich komme mit einer fröhlichen Uptempo-Nummer um die Ecke. Erst ab der zweiten Strophe merkte mein Vater, dass ich meine Eltern durch das Lied direkt anspreche. Als der letzte Ton der Nummer zu Ende war, weinten wir. Wir öffneten uns, sprachen uns aus, umarmten uns. Das war der Punkt, an dem jeder von uns plötzlich er selbst war. Wir hatten den Boden erreicht. Endlich.

Ich glaube, dass wir irgendwann aufhören, von unserer Familie akzeptiert werden zu wollen oder vielleicht überzeugt sind, dass die Dinge so sind wie sie sind und sich nie ändern werden. Ich habe aber gemerkt, dass eine Beziehung nie festgelegt ist. Ich habe meinen Eltern stets vorgeworfen, sie würden mich nicht sehen, dabei hatte ich irgendwann selbst aufgehört, mich zu zeigen. Manchmal liegt es an uns Kindern den ersten Schritt zu machen, auch wenn es nicht leicht ist.

Genau so wie ich mir wünsche, dass Eltern ihre Kinder so akzeptieren wie sie wirklich sind, sollte es auch andersrum so sein. Jetzt nach all der schwierigen Zeit, kann ich es von ganzem Herzen sagen: Ich liebe meine Eltern und ihre Fehler so sehr. Und ich wäre niemals die Frau geworden, die ich heute bin, wenn sie nicht so wären, wie sie sind. Und vor allem wäre ich nie Künstlerin geworden. Denn das bin ich nur, weil ich dadurch den Drang entwickelt habe zu sagen und zu zeigen, wer ich bin.

Ich wünsche Euch viel Spaß mit „Doppelleben“. 

"Doppelleben"

Die neue Single jetzt erhältlich!
Unter meiner Haut - Album


"Doppelleben"

Das neue Album - 26.05.17
Unter meiner Haut - Album


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